Obwohl seine Ideologie in letzter Zeit Anzeichen eines Wiederauflebens gezeigt hat, sind die physischen Überreste des deutschen Nazismus so gut wie aus den Augen verschwunden. Prominente Ausnahmen finden sich jedoch in einem merkwürdigen Spritzen brutaler Türme, die sich immer noch über Stadtteilen in Berlin, Hamburg und Wien abzeichnen. Diese Betonmonolithen waren so gut gemacht, dass der Abriss sich als mehr Mühe als wert erwiesen hat. Infolgedessen bleiben die meisten leer und ungenutzt — stille Erinnerungen an eine Zeit, in der militanter Pragmatismus Vorrang vor architektonischem Erbe hatte.

Die Flaktürme wurden während des Zweiten Weltkriegs als Stützpunkte für die Flugabwehrartillerie der Luftwaffe errichtet. Zu diesem Zweck waren sie wirksam beim Schutz von Städten vor alliierten Bombern. In der Zwischenzeit dienten ihre undurchdringlichen Betoninneren als Luftschutzbunker für Tausende deutscher Zivilisten.

Berliner Zoo combat Flak tower im Einsatz im April 1942. (Wikimedia)

Jeder Flakturmkomplex umfasste zwei separate Türme: einen großen Gefechtsturm oder „combat“ G-Turm für Geschützhalterungen und einen kleineren Leitturm oder „leadership“ L-Turm für Feuerkontrolle und Befehl. Zusammen könnten die beiden Außenposten während des Kampfes effizient kommunizieren und sich mit anderen Verteidigungskomplexen in der Region koordinieren. Wie belagerte mittelalterliche Burgen erwiesen sich auch die Flaktürme als wirksam bei der Konsolidierung einiger der letzten Nazi-Garnisonen, die sich der Roten Armee widersetzten, als sie Berlin 1945 einnahm. Schließlich gingen den Holdouts die Vorräte aus und ergaben sich.Als Hitler 1940 den Bau der ersten Berliner Flaktürme anordnete, beschleunigte er den Prozess, indem er die nationalen Fahrpläne um die Lieferung von Baumaterialien herum anpasste. Die Türme wurden in nur sechs Monaten errichtet. Nach dem Krieg wurden die meisten der kleineren L-Türme abgerissen oder begraben. Siebzig Jahre später werden die verbleibenden Flaktürme langsam für andere Zwecke umgebaut. Ein Turm im Esterhazy Park in Wien beherbergt beispielsweise ein öffentliches Aquarium und eine Kletterwand. Der Hamburger Heiligengeistfeld G-Tower ist heute ein Komplex von Nachtclubs und Geschäften, während Pläne im Gange sind, ihn mit einem kunstvoll abgestuften öffentlichen Garten zu krönen.

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